Anmerkung zum Artikel „“Kommt der Ortsbus, bevor 180 und 190 verschwinden?“

In den Werdener Nachrichten vom 5. Mai 2016 findet sich ein Artikel mit der Überschrift „Kommt der Ortsbus, bevor 180 und 190 verschwinden?“ Dieser Artikel hat für einige Irritationen gesorgt. Deshalb an dieser Stelle ein paar erklärende Sätze:

Es ist nicht richtig, dass die Streichung irgendwelcher Buslinien beschlossene Sache ist, nicht in Werden, nicht in Heidhausen oder Fischlaken, nirgendwo im Essener Stadtgebiet. Richtig ist vielmehr folgendes: Momentan steht die routinemäßige Fortschreibung des Nahverkehrsplans der Stadt Essen an. Dabei geht es um die Planung des „Bus- und Bahnangebots“ in Essen für die nächsten Jahre. Wie bei jeder Überarbeitung kann das momentane Angebot reduziert, beibehalten oder erweitert werden. Genau für diese drei Szenarien – hier werden sie „Konzentration“, „Kontinuität“ und „Kapazitätsausbau“ genannt – wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, welches die Möglichkeiten für jede der Varianten beleuchtet. Das ist ganz normal, sich externen Sachverstand zu holen und ich finde dieses Vorgehen auch absolut in Ordnung. Im Rahmen dieses Gutachtens wurde der Politik nun ein erster Zwischenstand gegeben. Ein Zwischenstand, der sich mit allen drei Szenarien befasst. Hier der Link zu den Vorlagen hierzu: 0482/2016/6B, Anlage zu 0482/2016/6B. Welche der Varianten die Politik irgendwann mal am Ende des Tages weiterverfolgen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht gesagt werden. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass gar kein Szenario in Reinform umgesetzt werden wird, sondern wie bei einem Baukastensystem verschiedene Maßnahmen aus verschiedenen Szenarien umgesetzt werden. Ob es letztlich in der Summe eine Reduktion, einen Erhalt oder einen Ausbau geben wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt kein Politiker – auch wenn der Artikel in den Werdener Nachrichten anderes suggeriert – seriös vorhersagen, schon gar nicht im Detail.

Nun noch ein paar persönliche Anmerkungen, wie ich als SPD-Vertreter die Situation sehe und wofür ich mich – bezogen auf Werden, Heidhausen und Fischlaken – in meiner Ratsfraktion auch einsetzen werde: Die Fortschreibung des Nahverkehrskonzeptes muss die Konsequenzen aus dem Verkehrskonzept – und damit auch aus dem Moderationsverfahren „Grüne Harfe“ – vor Augen haben und verwirklichen. Dreh- und Angelpunkt hier ist der Ortsbus. Wenn dieser dann auch Heidhausen und Fischlaken abdeckt (aber erst dann!!!), kann der 180er direkt – ohne Umweg über Fischlaken – Kupferdreh und Burgaltendorf anfahren. Dass macht die Linie 180 wesentlich attraktiver. Eine Durchstreckung bis nach Kettwig würde darüber hinaus eine schnellere Anbindung von Kettwig an Kupferdreh und Burgaltendorf (und natürlich in Gegenrichtung) sicherstellen. Eine wirklich interessante und schnellere Alternative zu der Verbindung mit der S9 über den Essener Hauptbahnhof. Einziges Problem hier ist, das gebe ich zu, die Anbindung der Ruhrlandklinik, hierfür müsste noch eine Lösung gefunden werden. Der Ortsbus sollte als zentralen Umsteigepunkt den Werdener S-Bahnhof haben. Da die S-Bahnen in beide Richtungen nahezu zeitgleich fahren, könnte hier ein fast zeitverlustfreier Umstieg nach Essen und Düsseldorf ermöglicht werden. Details, wie zum Beispiel die genaue Taktung etc., sollten meines Erachtens erst in einem zweiten Schritt diskutiert werden.

Es steht also noch nichts fest und die Überlegungen gehen vielleicht doch in die richtige Richtung. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass im Endeffekt das Angebot verringert wird. Allerdings sehe ich in der aktuellen Diskussion die Chance, den ÖPNV in Essen an vielen Ecken zeitgemäßer zu gestalten. Hierzu gehört eine ehrliche Bestandsaufnahme, wo das Angebot vielleicht eingeschränkt werden kann und wo es ausgebaut werden muss. Ich erlebe es täglich, dass Linien nicht mehr in der Form benötigt werden und auf anderen Strecken „der Baum brennt“. Hier bringe ich mich gerne konstruktiv ein. Die Meinung der Menschen, die wie ich den ÖPNV häufig nutzen, ist mir hier sehr ebenfalls wichtig und auch unersetzbar. Gerne lade ich die Bürgerinnnen und Bürger ein, mir Ihre Ideen auch zukommen zu lassen und bringe diese in die weitere Debatte mit ein.

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